Ratgeber

Google-Unternehmensprofil: Was wirklich zählt und woran Änderungen scheitern

Christoph Scheel Veröffentlicht am 8 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

  • Für viele Kunden ist Ihr Google-Profil der erste Eindruck, noch vor Ihrer Website.

  • Wenige passende Kategorien, echte Fotos und beantwortete Rezensionen bringen mehr als jeder Trick.

  • Google prüft jede Änderung, oft automatisch. Wer weiß, worauf Google achtet, spart sich Ablehnungen.

Wer in Ihrer Gegend nach Ihrer Leistung oder nach Ihrem Firmennamen sucht, sieht oft zuerst nicht Ihre Website, sondern Ihr Google-Unternehmensprofil: Sterne, Fotos, Öffnungszeiten, Telefonnummer. Viele Profile wurden irgendwann angelegt und seitdem kaum angefasst. Dabei entscheidet sich genau hier, ob jemand anruft, auf Ihre Website klickt oder beim nächsten Betrieb in der Liste landet.

01Überall dieselben Angaben

Google gleicht die Angaben in Ihrem Profil mit Ihrer Website und anderen Einträgen im Netz ab. Ist die Straße an einer Stelle anders geschrieben als an der anderen, oder taucht irgendwo noch eine alte Telefonnummer auf, wird das Bild für Google unklar.

Ein Beispiel aus der Praxis: Im Impressum einer Website fehlte ein einziger Buchstabe im Straßennamen. Überall sonst stimmte die Adresse. Aufgefallen ist das erst bei einer Google-Suche nach der Firma.

Prüfen Sie deshalb einmal in Ruhe: Stehen Firmenname, Adresse und Telefonnummer auf Ihrer Website, im Impressum, im Google-Profil und in Branchenbüchern exakt gleich? Und führt der Website-Link im Profil auf die richtige Seite? Gerade nach einer neuen Website zeigt er gern noch auf eine alte Adresse. Was beim Start einer neuen Website sonst noch stimmen muss, steht im Ratgeber Neue Website online stellen, ohne bei Google abzustürzen.

02Kategorien: weniger ist mehr

Die Hauptkategorie sagt Google, was Ihr Unternehmen ist. Sie ist die wichtigste Einstellung im ganzen Profil. Weitere Kategorien sind möglich, Google empfiehlt aber ausdrücklich, so wenige wie möglich zu wählen. Wer zehn Kategorien einträgt, um überall aufzutauchen, verwässert sein Profil.

Auswählen lassen sich nur Kategorien aus der Liste von Google. Tippen Sie ein paar Begriffe ein und schauen Sie, was vorgeschlagen wird. Was dort nicht auftaucht, gehört nicht in die Kategorien, sondern in die Leistungen.

Änderungen an Kategorien prüft Google besonders genau, oft automatisch. Kommt eine E-Mail, dass eine Änderung wegen eines Richtlinienverstoßes abgelehnt wurde, klingt das dramatischer, als es oft ist. Häufige Gründe sind zum Beispiel eine Änderung, die schon im Profil steht, oder eine doppelt eingereichte. Schauen Sie deshalb zuerst nach, was im Profil tatsächlich steht, bevor Sie dieselbe Änderung noch einmal einreichen oder Einspruch einlegen. Und haben Sie etwas Geduld: Laut Google kann es bis zu drei Tage dauern, bis Änderungen in der Suche sichtbar sind.

03Beschreibung und Leistungen

Die Beschreibung liest kaum jemand bis zum Ende. Die ersten ein, zwei Sätze entscheiden. „Wir sind Ihr kompetenter Partner für ...“ sagt dem Leser nichts. Besser ist ein Satz, der sein Problem anspricht oder zeigt, was er davon hat, wenn er sich bei Ihnen meldet. Links, Sonderaktionen und Preisangebote erlaubt Google in der Beschreibung nicht.

Unter „Leistungen“ tragen Sie jede Leistung einzeln ein, mit einem kurzen Text dazu. Der Name darf bis zu 120 Zeichen lang sein, die Beschreibung bis zu 300 Zeichen. Das reicht für zwei, drei Sätze, die erklären, was der Kunde bekommt. Viele lassen dieses Feld leer und verschenken damit Platz, den Google ihnen kostenlos gibt.

04Fotos: echt schlägt perfekt

Kunden wollen sehen, mit wem sie es zu tun haben und wie Ihre Arbeit aussieht: das Team, die Fahrzeuge, die Werkstatt, fertige Arbeiten. Stockfotos erkennt jeder sofort, und sie sagen über Ihren Betrieb nichts aus. Handyfotos reichen, solange sie scharf, hell und echt sind.

Google erlaubt JPG und PNG zwischen 10 KB und 5 MB. Empfohlen sind 720 × 720 Pixel, mindestens 250 × 250. Neue Fotos werden erst geprüft, bevor sie erscheinen.

Besonders wichtig ist das Titelbild, denn es ist das Erste, was Interessenten sehen. Zeigen Sie dort, wofür Sie neue Kunden gewinnen wollen, nicht irgendein Bild, das gerade da war. Welches Foto Google in der Suche oben anzeigt, entscheidet Google allerdings zum Teil selbst.

Das Profil bringt den Klick. Den Rest muss Ihre Website erledigen.

05Rezensionen: jede beantworten

Bewertungen sind für viele Kunden der wichtigste Teil Ihres Profils. Beantworten Sie jede Rezension, auch die positiven, und zwar persönlich statt mit einem Textbaustein. Wer sieht, dass Sie sich für jede Rückmeldung Zeit nehmen, schließt daraus, dass Sie das auch bei Ihren Kunden tun.

Bei einer schlechten Bewertung gilt: sachlich bleiben, nicht streiten, eine Lösung anbieten. Ihre Antwort liest nicht nur der verärgerte Kunde, sondern jeder, der nach ihm kommt.

Die meisten zufriedenen Kunden schreiben von sich aus keine Bewertung. Bitten Sie direkt nach einem abgeschlossenen Auftrag darum und schicken Sie den Link zu Ihrem Profil gleich mit. Wichtig dabei: Bieten Sie für eine Bewertung nichts an, keinen Rabatt, kein Geschenk und keine kostenlose Leistung. Rezensionen, die durch so einen Vorteil beeinflusst sind, verstoßen gegen die Richtlinien von Google.

06Beiträge: zeigen, dass Sie aktiv sind

Über Beiträge können Sie Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen direkt im Profil zeigen, mit Text, Bild und einem Button, der zum Beispiel auf Ihre Website führt. Telefonnummern und E-Mail-Adressen gehören nicht in den Text, sonst kann Google den Beitrag ablehnen. Für Anrufe gibt es den Button „Jetzt anrufen“, der Ihre Nummer aus dem Profil verwendet.

Ehrlich gesagt: Google sagt nirgends, dass Beiträge Ihre Platzierung verbessern. Ihr Nutzen liegt woanders. Wer Ihr Profil ansieht, erkennt sofort, dass hier ein Betrieb arbeitet, der sich kümmert. Nach sechs Monaten archiviert Google Beiträge. Planen Sie deshalb lieber regelmäßig einen kurzen Beitrag ein, zum Beispiel zu einem abgeschlossenen Projekt, als einmal im Jahr viele auf einmal.

Ihr Google-Profil schickt Besucher auf Ihre Website. Ob sie dort anfragen, entscheidet Ihre Website. Lassen Sie sie kostenlos ansehen.

Nach oben