Ratgeber

Neue Website online stellen, ohne bei Google abzustürzen

Christoph Scheel Stand: November 2026 6 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

  • Jede alte Adresse braucht eine Weiterleitung auf die passende neue Seite.

  • Jede Seite darf nur unter einer einzigen Adresse erreichbar sein.

  • Nach dem Start alle Formulare selbst testen und die ersten Wochen genau beobachten.

Die neue Website ist online, sieht endlich so aus, wie sie soll, und nach ein paar Wochen fällt auf: Es kommen weniger Anfragen als vorher. Bei Google ist die Firma plötzlich schwerer zu finden. Das passiert häufiger, als man denkt, und fast immer aus denselben Gründen. Mit dem Design hat keiner davon zu tun.

01Warum Google Ihre neue Website nicht wiedererkennt

Google merkt sich nicht Ihre Firma, sondern einzelne Adressen. Die Seite ihre-firma.de/leistungen/fenster hat vielleicht über Jahre Vertrauen gesammelt und steht bei passenden Suchen weit oben. Heißt sie auf der neuen Website plötzlich ihre-firma.de/fenster-und-tueren, ist sie für Google eine neue, unbekannte Seite. Die alte Adresse führt ins Leere, und alles, was sie aufgebaut hat, ist weg.

Dazu kommen Links von außen: Einträge in Branchenbüchern, Verweise von Partnern, Links in alten E-Mails. Die zeigen alle noch auf die alten Adressen und landen nach dem Umzug auf einer Fehlerseite.

02Weiterleitungen: die wichtigste Aufgabe beim Umzug

Bevor die neue Website online geht, gehört eine vollständige Liste aller alten Adressen auf den Tisch. Quellen dafür sind die alte Sitemap, die Google Search Console und notfalls das Internet Archive. Jede alte Adresse bekommt eine dauerhafte Weiterleitung (Fachbegriff: 301) auf die Seite, die inhaltlich am besten passt.

Wichtig dabei: nicht einfach alles auf die Startseite umleiten. Google behandelt solche Pauschal-Weiterleitungen ähnlich wie eine Fehlerseite. Gibt es für eine alte Seite wirklich keinen Nachfolger, ist es besser, das offen zu sagen und die Adresse als „gibt es nicht mehr“ zu kennzeichnen.

03Eine Seite, eine Adresse

Ein Fehler, den man mit bloßem Auge nicht sieht: Dieselbe Seite ist unter mehreren Adressen erreichbar. Mit und ohne „www“, mit und ohne Schrägstrich am Ende, mit und ohne „.php“. Für Besucher sieht alles gleich aus. Google sieht dagegen mehrere Seiten mit identischem Inhalt und weiß nicht, welche gemeint ist. Die Wirkung verteilt sich, und am Ende steht keine Variante richtig gut da.

Die Lösung ist einfach: Eine Variante wird festgelegt, alle anderen leiten dorthin weiter, und jede Seite sagt Google in ihrem Quelltext, welches ihre richtige Adresse ist.

04Was vor dem Start sonst noch stimmen muss

  • Sperre der Testversion entfernen. Testversionen werden meist für Suchmaschinen gesperrt. Wird diese Sperre beim Start vergessen, verschwindet die ganze Website aus Google.
  • Seitentitel und Beschreibungen für jede Seite, mit den Begriffen, nach denen Ihre Kunden wirklich suchen.
  • Neue Sitemap erstellen und bei Google einreichen.
  • Interne Links auf die neuen Adressen umstellen, statt sie über Umwege laufen zu lassen.
  • Google-Unternehmensprofil prüfen: Zeigt der Link auf die richtige Seite?

05Nach dem Start: Formulare testen, nicht nur anschauen

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einer Website, die ich vor Kurzem geprüft habe, sah nach dem Umzug alles einwandfrei aus. Das Kontaktformular zeigte beim Absenden allerdings nur eine Fehlermeldung, weil eine Umleitungsregel die gesendeten Daten unterwegs verloren hat. Aufgefallen ist das erst nach Wochen, weil einfach keine Anfragen mehr kamen.

Ein kaputtes Formular meldet sich nicht. Es kommen einfach keine Anfragen mehr.

Deshalb: Jedes Formular nach dem Start einmal selbst abschicken und prüfen, ob die Nachricht wirklich ankommt. Das gilt auch für Rückruf-, Termin- und Bewerbungsformulare.

06Die ersten Wochen im Blick behalten

In der Google Search Console sehen Sie, ob Google Fehlerseiten findet und wie oft Ihre Website in den Suchergebnissen erscheint. Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, Google muss die neuen Seiten erst einordnen. Bricht die Sichtbarkeit nach zwei bis vier Wochen aber deutlich ein, fehlen fast immer Weiterleitungen. Dann lohnt sich ein genauer Blick, bevor sich der Verlust festsetzt.

Sie planen eine neue Website für Ihren Betrieb? Bei der Unternehmenswebsite gehören saubere Weiterleitungen der alten Seiten fest dazu.

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