Ratgeber

Homepage-Baukasten oder Webdesigner: Was sich für Firmen rechnet

Christoph Scheel Stand: November 2026 6 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

  • Ein Baukasten kostet wenig im Monat, aber jeden Monat. Dazu kommt Ihre eigene Zeit.

  • Wichtiger als der Preis ist die Frage, wem die Website gehört und was bei einem Wechsel passiert.

  • Für einen Start mit kleinem Budget ist ein Baukasten oft richtig. Für eine Firma, die über die Website Anfragen bekommen will, selten.

„Eine Website kann ich doch auch selbst zusammenklicken.“ Das stimmt. Wix, Jimdo und andere Baukästen machen es leicht, in ein paar Stunden eine ordentlich aussehende Seite online zu bringen. Die Frage ist nur, was das am Ende wirklich kostet und was Sie dafür bekommen.

01Was ein Baukasten wirklich kostet

Die Preise klingen erst mal harmlos. Bei Jimdo kosten die Pakete zwischen 12 und 50 € im Monat. Das Paket für kleine Unternehmen liegt bei 20 €, mit Rechtstexten bei 29 €. Bei Wix liegen die Premium-Pakete zwischen 16,66 und 40,46 € im Monat. Alle Preise inklusive Mehrwertsteuer, Stand November 2026.

Rechnen Sie mit rund 30 € im Monat, sind das über fünf Jahre etwa 1.800 €. Und dabei bleibt es nicht unbedingt: Die eigene Domain ist bei beiden Anbietern nur im ersten Jahr kostenlos, und Preise können steigen. Darauf haben Sie keinen Einfluss.

02Der größte Posten steht auf keiner Preisliste: Ihre Zeit

Ein Baukasten nimmt Ihnen die Technik ab, aber nicht die Arbeit. Texte schreiben, Bilder auswählen, den Aufbau überlegen, sich in den Baukasten einarbeiten, Impressum und Datenschutz klären. Das sind schnell 30 bis 40 Stunden, bis die Seite wirklich steht.

Setzen Sie Ihre eigene Stunde mit 60 € an, stecken in 40 Stunden 2.400 €, die Sie nicht in Kundenaufträge stecken konnten. Dazu kommt die Pflege über die Jahre, denn auch die übernimmt beim Baukasten niemand für Sie.

03Wem gehört Ihre Website?

Beim Baukasten mieten Sie Ihre Website. Das Design und der Aufbau lassen sich in der Regel nicht zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Wollen Sie später wechseln, bauen Sie neu. Erhöht der Anbieter die Preise oder ändert er Funktionen, bleibt Ihnen nur, das mitzumachen.

Eine handgebaute Website besteht dagegen aus Dateien, die Ihnen gehören. Sie liegen auf Ihrem eigenen Webspace, und jeder Webentwickler kann daran weiterarbeiten. Sie sind von niemandem abhängig, auch nicht von dem, der die Seite gebaut hat.

04Wo Baukästen an Grenzen stoßen

Baukästen arbeiten mit Vorlagen. Das ist praktisch, führt aber dazu, dass sich viele Firmenseiten zum Verwechseln ähnlich sehen. Und weil ein Baukasten Funktionen für alle denkbaren Fälle mitbringt, laden viele Baukasten-Seiten spürbar langsamer als eine schlanke, handgebaute Seite. Besucher auf dem Handy springen dann ab, bevor sie Ihr Angebot überhaupt gesehen haben.

Das Entscheidende ist aber etwas anderes: Ob eine Website Anfragen bringt, hängt vor allem davon ab, was auf ihr steht und in welcher Reihenfolge. Ob ein Besucher in den ersten Sekunden versteht, was Sie anbieten, warum er bei Ihnen richtig ist und was er als Nächstes tun soll. Diese Arbeit nimmt Ihnen kein Baukasten ab.

Ein Baukasten macht keine schlechte Website. Er macht nur keine gute von selbst.

05Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist

Ein Baukasten ist eine gute Lösung, wenn

  • Sie gerade gründen und das Budget für einen Profi noch nicht da ist,

  • Sie eine Idee erst mal ausprobieren wollen,

  • die Website vor allem eine digitale Visitenkarte sein soll und keine Anfragen bringen muss,

  • Sie Zeit haben und Spaß daran, selbst an der Seite zu arbeiten.

06Wann sich ein Webdesigner rechnet

Sobald Ihre Website Kunden oder Mitarbeiter bringen soll, lohnt sich ein anderer Blick auf die Kosten. Dann ist die Frage nicht mehr, was die Seite kostet, sondern was sie einbringt. Bringt eine Website im Jahr auch nur zwei, drei zusätzliche Aufträge, hat sie sich bei den meisten Betrieben schnell bezahlt gemacht. Eine Seite, die gut aussieht, aber niemanden zur Anfrage bewegt, ist dagegen zu teuer, ganz gleich, ob sie 20 € im Monat oder einmalig mehrere Tausend Euro gekostet hat.

Sie überlegen, Ihre Firmenwebsite machen zu lassen? Wie das bei mir abläuft und was es kostet, steht auf der Seite Websites.

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