Ratgeber

Mitarbeiter finden über die eigene Website: Was eine Karriereseite im Handwerk braucht

Christoph Scheel Stand: November 2026 6 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

  • Bewerber schauen sich vor dem ersten Anruf Ihre Website an, meistens auf dem Handy.

  • Echte Fotos aus Werkstatt und Team überzeugen mehr als jede Stellenbeschreibung.

  • Bewerben muss in zwei Minuten gehen, ohne Anschreiben und ohne Lebenslauf als PDF.

Die Auftragsbücher sind voll, aber die Leute fehlen. Das hören Sie von fast jedem Handwerksbetrieb. Anzeigen werden geschaltet, Plakate hängen, Bekannte werden gefragt. Was dabei oft übersehen wird: Fast jeder, der von Ihrer offenen Stelle erfährt, schaut sich als Nächstes Ihre Website an. Und dort entscheidet sich, ob er anruft oder weiterscrollt.

01Warum Ihre Website bei der Mitarbeitersuche mitentscheidet

Ein Bewerber stellt sich nicht die Frage, ob Sie Personal suchen. Er fragt sich, ob er bei Ihnen arbeiten will. Steht auf Ihrer Website nur ein Satz wie „Wir suchen Verstärkung (m/w/d)“, oder ist die letzte Neuigkeit Jahre alt, beantwortet die Seite diese Frage nicht. Dann gewinnt der Betrieb, dessen Website zeigt, wie es dort zugeht, auch wenn er gar nicht besser bezahlt.

02Was Bewerber wirklich wissen wollen

Bevor jemand anruft, will er ein paar einfache Dinge wissen:

  • Was genau mache ich bei Ihnen, und wo sind die Baustellen?

  • Wann fängt der Tag an, und wie oft bin ich abends spät zu Hause?

  • Was verdiene ich ungefähr?

  • Gibt es ein Firmenfahrzeug, gutes Werkzeug, Weiterbildung?

  • Wer ist mein Chef, und wer sind die Kollegen?

Die Frage nach dem Geld stellt jeder, die meisten trauen sich nur nicht. Eine ehrliche Spanne auf der Seite spart beiden Seiten Zeit und zeigt, dass Sie nichts zu verstecken haben.

03Zeigen statt beschreiben

„Familiäres Betriebsklima“ und „moderne Ausstattung“ stehen in jeder Stellenanzeige. Glauben tut es niemand mehr. Was überzeugt, sind echte Bilder: das Team beim Frühstück, die Werkstatt, die Fahrzeuge, fertige Arbeiten. Handyfotos reichen dafür völlig, solange sie echt sind. Noch stärker ist ein Satz von einem Mitarbeiter, der erzählt, warum er bei Ihnen ist.

Holen Sie dafür vorher das schriftliche Einverständnis der Mitarbeiter ein, die auf den Fotos zu sehen sind oder zitiert werden.

Eine Stellenanzeige sagt, wen Sie suchen. Eine Karriereseite zeigt, warum man zu Ihnen will.

04Bewerben in zwei Minuten

Ein Geselle, der abends nach der Arbeit auf Ihrer Seite landet, setzt sich nicht an ein Anschreiben. Wenn die Bewerbung nur mit Mappe und Lebenslauf als PDF geht, ist er wieder weg. Besser ist ein kurzes Formular: Name, Telefonnummer, Beruf und ab wann er anfangen kann. Mehr braucht es für ein erstes Telefonat nicht.

Schreiben Sie dazu, was als Nächstes passiert, zum Beispiel: „Wir melden uns innerhalb von zwei Tagen.“ Und halten Sie das dann auch ein. Wer eine Woche auf einen Rückruf wartet, hat inzwischen woanders zugesagt.

05Azubis brauchen eine eigene Ansprache

Wer einen Ausbildungsplatz sucht, ist 15, 16 oder 17 Jahre alt, und die Eltern lesen meistens mit. Beide wollen wissen: Wie läuft die Ausbildung ab, wie ist die Berufsschule organisiert, und wie stehen die Chancen auf Übernahme? Eine eigene Seite für Azubis beantwortet das in einfacher Sprache.

Der leichteste erste Schritt für Schüler ist ein Praktikum. Bieten Sie es auf der Seite offen an, mit einem kurzen Formular. Viele gute Azubis kommen genau so in den Betrieb.

06Damit die Seite auch gefunden wird

Jede offene Stelle sollte eine eigene Unterseite bekommen, mit Beruf und Ort im Titel, zum Beispiel „Anlagenmechaniker SHK in Ravensburg“. So suchen Bewerber bei Google. Richtig eingebaut, erscheinen Ihre Stellen dann auch in der Google-Jobsuche, die bei solchen Suchen direkt über den normalen Ergebnissen angezeigt wird.

Verlinken Sie die Karriereseite außerdem von Ihrer Startseite, aus Ihren Stellenanzeigen auf Jobportalen und in Ihrem Google-Unternehmensprofil. Und nehmen Sie besetzte Stellen wieder herunter. Eine Anzeige, auf die sich jemand bewirbt und dann hört, dass sie seit Monaten vergeben ist, schadet mehr, als sie nützt.

Ihre Website soll auch bei der Suche nach Mitarbeitern helfen? Wie eine Website für Handwerksbetriebe dabei mitarbeitet, sehen Sie bei der Unternehmenswebsite.

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